Adrienne Langner

Adrienne Langner

 

 

Nach einigen Erfahrungen in der Welt der Agenturen beschloss Adrienne, am Ende ihrer Ausbildung zur Mediengestalterin die Suche fortzusetzen und entschied sich ihrem Empfinden nach für sich selbst. Kreativ sollte die Arbeit weiterhin sein aber die Auseinandersetzung beinhaltet fortan Bereiche eigener Reflektionen und Sichtweisen auf die Außenwelt. Die zu Beginn narrative Art dem Ausdruck zu verleihen, verwandelte sich im Laufe ihres Studiums, an der Kunsthochschule Saarbrücken zu Arbeiten, die sich immer mehr mit dem Betrachter verweben und sich ihrer Ansicht nach erst durch diesen vervollständigen. Abhängig von der Thematik bedient sie sich dabei einem großen Farbtopf an unterschiedlichen Medien, wobei das Spiel mit Klängen, Tönen und Geräuschen für sie besonders Reizvoll ist und sie deshalb als roter Faden auf ihrem Weg führt.

 


Schwere & Leichtigkeit in der Welt der Klänge

Masse und Gewicht sind Eigenschaften die wir nicht als erstes mit Klängen in Verbindung setzten. Klänge sind unsichtbar, nicht greifbar und vergehen merklich schnell in der Zeit. Was wir dem Gewicht zuordnen, sind in erster Linie Gegenstände. Beim Interpretieren von Klängen, bei- spielsweise im Tanz durch den Körper oder beim Kreieren solcher Töne und Geräusche, spielen Gewicht und Kraft jedoch eine große Rolle.
Übersetzen wir die beiden gegensätzlichen Attribute Leichtigkeit und Schwere auf Geräusche oder Töne in der Musik, schöpfen wir aus unserem Erfahrungsschatz mit Gegenständen des Alltags, welche diese Klänge erzeugen. Schwere Gegenstände mit hoher Dichte welche der Erdanziehung erliegen, erzeugen durch den Aufprall einen Knall. Die Kraft die durch das Gewicht und die Erdanziehung für das Geräusch verantwortlich ist, wird in der Musik perkussiv von Menschen oder synthetisch durch den Computer erzeugt. Weichere und leichtere Klänge und Geräusche geschehen vielmehr durch horizontale Bewegungen wie das Streichen, Gleiten oder Rollen über eine Oberfläche bis hin zu kaum wahrnehmbarem schweben in der Luft, welche nur aufgrund der Erfahrungen akustisch interpretiert werden können.


„Die Erde ist mein Körper, mein Kopf ist in den Sternen.“ Maude


Gerade in der Gestaltung mit Klängen und Tönen spielen diese sinnbildlichen Eigenschaften, die geistige Themenenbereiche mit physikalischen Erfahrungen vereinen, eine tragende Rolle. Im Tanz beispielsweise werden solche hörbaren Eindrücke interpretiert, indem sie emotional und dynamisch widergespiegelt werden. Es reicht jedoch schon den Menschen beim Gehen zu beobachten, vor allem wenn er dabei erzählt und gestikuliert. Gleichbleibend und rhythmisch ist sein Gang, dynamisch und schwebend die Hände und Arme. Beim Tanz ist auch der Bereich ab Rumpf abwärts mit Beinen und Füßen für den Rhytmus und somit der Interpretation des Gewichtes verantwortlich, während der Oberkörper mit Armen, Kopf und Händen die leichteren und dynamischeren Klänge verbildlicht.
Diese Synesthetische Erfahrung regte mich dazu an dieses unbeschreibliche Gefühl der Übereinstimmung auf die Spitze zu treiben, indem die Bewegung durch den Körper, wie bei einem Instrument entsteht und verstärkt wird. Perkussive Klänge welche archaich mit dem Klatschen begannen, entstehen häufig durch Bewegungsabläufe mit den Händen und im sitzen. Die Arbeit die daraus entsteht, zielt jedoch auf das Ergebnis ab durch aufrechte Bewegungen mit den Beinen, vergleichbar mit dem Gehen, dieses „irdische“ Gewicht zu interpretieren.
Das „Instrument“ das daraus entsteht ist eine Druck und Dynamik sensible Oberfläche die im wahrsten Sinne des Wortes betreten werden kann und vergleichbare Klänge und Geräusche verstärkt wiedergibt.

 

gallery/adrienne

Konzert IV

Konzert von
Adrienne Langner

Performance mit Live-Elektronik

Freitag, 3. November, 21:00 Uhr

Bild: Stefan Zintel